Liebe Kielerinnen und Kieler,
kaum eine Nachricht der letzten Tage hat die Gemüter der Menschen so sehr erregt wie die Meldung, dass die Bundeswehr das ehemalige Marinefliegergeschwader-Gelände MFG5 zurückkaufen möchte, um die Menschen unserer Stadt zu schützen. Ich kann die Sorge und Enttäuschung der Kieler Stadtgesellschaft verstehen. Auch ich hatte mich auf einen lebendigen neuen Stadtteil am Wasser gefreut – ganz im Sinne meiner Vision von modernem Städtebau und einer Stadtentwicklung nach skandinavischem Vorbild. Jetzt müssen wir einen guten Kompromiss finden.
Plan B – was müssen wir jetzt tun?
Das Unbehagen vieler Kielerinnen und Kieler, dass es in Kiel wieder verstärkt militärische Präsenz geben wird (muss sein!), ist verständlich. Die Sorge, dass Kiel bei dem mit der Marine voraussichtlich ab September auszuhandelnden Kompromiss über den Tisch gezogen werden könnte, teile ich allerdings nicht. Ich möchte der Sorge Entschlossenheit entgegensetzen: Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen!

Holtenau-Ost – Enttäuschung und Chance zugleich
„Wenn es einen zwingenden Bedarf für das MFG5-Gelände gibt, wird sich die Stadt Kiel nicht verschließen“, hatte OB Ulf Kämpfer bereits in ersten Gesprächen mit der Bundeswehr unsere Kompromissbereitschaft signalisiert. Und genau darum geht es – den bestmöglichen Kompromiss für die Stadt Kiel und für die Machbarkeit all unsere Pläne und Hoffnungen zu verhandeln, die mit dem städtebaulichen Projekt Holtenau-Ost verbunden waren. Denn der Wille, einen lebenswerten Stadtteil mit über 2.000 Wohnungen, Gewerbeflächen und attraktivem Freizeitwert zu schaffen, besteht ja ungebrochen. Dem steht auch die Marine nicht entgegen.
Keep calm – and carry on! Marine gehört zu Kiel

Wir müssen beides erreichen: Nachhaltigen und innovativen Städtebau – und Sicherheit für alle! Ich bin davon überzeugt, dass das MFG5-Gelände der geeignete Ort ist, damit die Bundeswehr in Kiel gut wachsen und unsere Marine uns alle gut schützen kann.
Gleichzeitig wird man prüfen und gut verhandeln müssen, welche Bundes-Liegenschaften im Austausch nach Holtenau umziehen könnten, so dass an anderer Stelle Flächen frei werden. Damit wir unsere Stadtentwicklung weiter vorantreiben können. Zudem kann ich mir gut vorstellen, dass sich bestimmte Gewerbebetriebe und die Bundeswehr gut ergänzen und sich gemeinsam an einem Ort ansiedeln könnten.
Es bleibt jedenfalls dabei: Kiel und die Marine gehören zusammen! Daher vertraue ich darauf, dass wir zu einer guten Lösung kommen werden.
Euer Ulf Daude

